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29. Mai 2026 · Digitale Identität

Passfoto für Digitale ID & eID Wallet 2025/2026

EU-Digitalausweis-Wallet, deutscher eID, österreichischer ID Austria, Schweizer eID — die digitale Identität ist auf dem Vormarsch. Doch auch im digitalen Zeitalter bleibt das biometrische ICAO-Passfoto die unverzichtbare Grundlage. Dieser Artikel erklärt, was sich ändert und was gleich bleibt.

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Die digitale Identität kommt — das Foto bleibt

Die Digitalisierung von Ausweisdokumenten schreitet europaweit voran. Gleichzeitig bleibt eine zentrale Tatsache unverändert: Digitale Ausweise basieren auf physischen Dokumenten — und physische Dokumente benötigen ein biometrisches ICAO-Passfoto.

Der Weg zu einem digitalen Ausweis führt also nach wie vor durch denselben Prozess: Termin beim Amt, biometrisches Foto, Chip-Ausweis — und erst dann wird die digitale Identität aktiviert.

EU-Digitalausweis-Wallet: eIDAS 2.0

Was ist eIDAS 2.0?

Die überarbeitete eIDAS-Verordnung (Electronic Identification, Authentication and Trust Services) schafft den rechtlichen Rahmen für die EU Digital Identity Wallet — eine digitale Brieftasche für EU-Bürger, in der neben der Identität auch weitere Nachweise (Führerschein, Bildungsabschlüsse, Krankenversichertenstatus) gespeichert werden können.

Wann kommt die EU Digital Identity Wallet?

Die EU-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, ihren Bürgerinnen und Bürgern bis 2026/2027 eine eIDAS-2.0-konforme Wallet anzubieten. Deutschland, Österreich, Frankreich und weitere Länder befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Implementierung.

Foto und biometrisches Template im EU-Wallet-Kontext

Für die EU Digital Identity Wallet wird keine eigenständige Neufotografierung eingeführt. Die Identität wird von einem bestehenden, staatlich ausgestellten Dokument — Personalausweis oder Reisepass — abgeleitet. Das auf dem Chip gespeicherte biometrische Template ist dasselbe, das bei der Ausstellung des physischen Dokuments erstellt wurde.

Deutscher eID: Personalausweis mit Online-Funktion

Was kann der deutsche eID?

Der eID (elektronischer Identitätsnachweis) ist seit 2010 in deutschen Personalausweisen und Reisepässen integriert. Über den NFC-Chip lässt sich der Ausweis mit einem Smartphone oder Kartenlesegerät auslesen und für folgende Zwecke nutzen:

  • Identifikation gegenüber Online-Behördendiensten (z. B. Steuererklärung, Ummeldung)
  • Identifikation bei privaten Diensten (Banken, Versicherungen, Telekommunikation)
  • Qualifizierte elektronische Signatur (in Verbindung mit weiterer Software)

Welches Foto brauche ich für den deutschen Personalausweis?

Für die Ausstellung des Personalausweises — und damit für die Nutzung des eID — ist ein biometrisches ICAO-Passfoto erforderlich:

  • Format: 35×45 mm
  • Hintergrund: Weiß oder sehr hell, einfarbig
  • Gesichtsausdruck: Neutral, Mund geschlossen
  • Brille: Verboten seit 2017
  • Aktualität: Nicht älter als 6 Monate
💡

BSI PointID für Personalausweis und Reisepass: Der deutsche Personalausweis und Reisepass erfordern offiziell ein Foto von einem BSI-PointID-zertifizierten Fotografen oder Fotoautomaten. Online-erstellte ICAO-Fotos eignen sich hervorragend zur Vorbereitung und Selbstkontrolle — für die endgültige Einreichung beim Amt ist ein zertifiziertes Vor-Ort-Foto empfohlen.

Foto auf Karte vs. biometrisches Template

Es ist wichtig, zwei Dinge zu unterscheiden:

  1. Sichtbares Foto auf der Karte: Das gedruckte Bild, das Menschen mit dem Ausweisinhaber vergleichen.
  2. Biometrisches Template auf dem Chip: Eine mathematisch kodierte Repräsentation des Gesichts (Gesichtsgeometrie, Merkmalsvektoren), die Maschinen und automatisierte Systeme (z. B. eGates an Flughäfen) verwenden.

Beide werden aus demselben ICAO-konformen Ausgangsfoto erstellt. Die Qualität des Fotos bestimmt direkt die Qualität des biometrischen Templates.

Österreich: ID Austria

Von der Handy-Signatur zur ID Austria

Österreich hat sein nationales eID-System unter dem Namen ID Austria zusammengeführt. Es löst die frühere Handy-Signatur und BürgerCard ab. Die ID Austria ermöglicht:

  • Sichere Identifikation gegenüber Behörden und Online-Diensten
  • Digitale Unterschriften und Formulare
  • Zugang zu Bürgerkonto und weiteren digitalen Services

Voraussetzung: Physischer Ausweis

Die Aktivierung der ID Austria setzt einen gültigen österreichischen Reisepass oder Personalausweis mit integriertem Chip voraus. Die Erstregistrierung erfolgt über die App und eine NFC-Verbindung zum Ausweis.

Das ICAO-konforme Passfoto ist damit die unverzichtbare Grundlage — denn es ist Teil des physischen Dokuments, auf dem die ID Austria aufbaut.

Schweiz: eID in Vorbereitung

Die Schweiz hat nach dem Scheitern einer privatwirtschaftlichen eID-Lösung (Volksinitiative 2021) einen staatlichen Neuanlauf gestartet. Das Bundesgesetz über den elektronischen Ausweis (eID-Gesetz) wurde 2023 verabschiedet. Die technische Umsetzung läuft, eine breite Einführung ist für die mittleren bis späten 2020er-Jahre erwartet.

Auch hier gilt: Die Schweizer eID wird sich auf den physischen Reisepass und Identitätsausweis stützen — beide erfordern ein ICAO-konformes Passfoto.

Britischer digitaler Führerschein

Das Vereinigte Königreich erprobt einen digitalen Führerschein über eine staatliche App. Das Pilotprogramm läuft in ausgewählten Regionen. Basis ist der physische Führerschein, für den ebenfalls ein ICAO-konformes Lichtbild erforderlich ist.

Vergleichsübersicht: Digitale Ausweise in D-A-CH und UK

| System | Land | Status (2026) | Basis | Foto erforderlich | |---|---|---|---|---| | EU Digital Identity Wallet (eIDAS 2.0) | EU-weit | Rollout ab 2026/27 | Physischer Personalausweis / Reisepass | Ja (ICAO) | | eID (Personalausweis) | Deutschland | Aktiv seit 2010 | Personalausweis mit NFC-Chip | Ja (ICAO) | | ID Austria | Österreich | Aktiv | Reisepass oder Personalausweis | Ja (ICAO) | | eID-Gesetz | Schweiz | In Vorbereitung | Reisepass / Identitätskarte | Ja (ICAO) | | Digitaler Führerschein | UK | Pilotprogramm | Physischer Führerschein | Ja (ICAO) |

Was ändert sich — und was bleibt gleich?

Was sich ändert: Identitätsnachweise werden zunehmend digital erbracht. Das Vorzeigen des physischen Dokuments in vielen Alltagssituationen entfällt.

Was gleich bleibt: Die Ausstellung aller physischen Ausweisdokumente — und damit die Grundlage jeder digitalen Identität — erfordert weiterhin ein biometrisches ICAO-Passfoto. Der Weg zur digitalen Identität führt immer noch durchs Bürgerbüro.

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Häufige Fragen

Brauche ich noch ein physisches Passfoto, wenn ich eine digitale ID nutze?

Ja. Auch für digitale Ausweise und eID-Wallet-Lösungen wie den EU-Digitalausweis oder ID Austria ist zunächst ein physischer Ausweis mit ICAO-konformem Foto notwendig. Die digitale Identität wird vom physischen Dokument abgeleitet. Das ICAO-Passfoto bleibt die Grundlage für das biometrische Template.

Was ist der EU-Digitalausweis und wann kommt er?

Der EU-Digitalausweis (EU Digital Identity Wallet) basiert auf der eIDAS-2.0-Verordnung und soll EU-Bürgerinnen und -Bürgern ermöglichen, ihre Identität digital nachzuweisen. Der schrittweise Rollout in den EU-Mitgliedstaaten ist ab 2026/27 geplant. Deutschland, Österreich und andere Länder entwickeln nationale Implementierungen.

Wie funktioniert der deutsche eID auf dem Personalausweis?

Der deutsche eID ist eine digitale Online-Ausweisfunktion auf dem NFC-Chip des Personalausweises. Damit kann man sich gegenüber Online-Diensten sicher identifizieren. Für die Ausstellung des Personalausweises — und damit des eID — ist weiterhin ein biometrisches ICAO-Foto erforderlich.

Was ist ID Austria und wie unterscheidet sie sich vom Personalausweis?

ID Austria ist das österreichische eID-System und löst die frühere Handy-Signatur ab. Es ermöglicht die digitale Identifikation gegenüber Behörden und Online-Diensten. ID Austria kann auf Basis eines gültigen österreichischen Reisepasses oder Personalausweises aktiviert werden — das ICAO-konforme Foto ist dabei die Grundlage.

Was ist der Unterschied zwischen dem Foto auf dem Ausweis und dem biometrischen Template?

Das Foto auf dem physischen Ausweis ist das sichtbare Bild, das Menschen vergleichen können. Das biometrische Template ist eine mathematisch kodierte Beschreibung des Gesichts, die auf dem Chip gespeichert ist und von Maschinen verglichen wird. Beide werden aus demselben ICAO-konformen Foto abgeleitet.

Wann kommt der Schweizer eID?

Die Schweizer eID ist seit dem verabschiedeten eID-Gesetz (2023) in Entwicklung. Eine breite Einführung wird für die mittleren bis späten 2020er-Jahre erwartet. Physische Ausweise mit ICAO-Fotos bleiben die Basis für die digitale Identität.


Angaben ohne Gewähr — die regulatorische Lage zu eIDAS 2.0 und nationalen eID-Systemen entwickelt sich laufend weiter. Zuletzt aktualisiert: Mai 2026.


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